Förderkategorien

Die Multiple Sklerose Forschungsgesellschaft fördert Projekte, bei denen eine Anschubfinanzierung geleistet wurde, Projekte zur Vernetzung der Multiple Sklerose-Forschungsarbeiten in Österreich sowie Forschungsprojekte mit unmittelbarer klinischer Relevanz.

Symbolbild: Förderkategorien

Von uns geförderte Projekte lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen:

1. Projekte, bei denen eine Anschubfinanzierung geleistet wurde

Um neue Therapieverfahren und diagnostische Methoden zur Vorhersage von Krankheitsverläufen zu entwickeln, bedarf es umfassender zeit- und kostenaufwändiger Studien. Durch die „Anschubfinanzierung“ gelang es, bei einigen Forschungsprokten Starthilfe zu geben, in denen untersucht wurde, in wie weit Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis umsetzbar sind. So versuchten einige dieser Projekte zusätzliche labordiagnostische Indikatoren zu finden, um die Diagnose der Erkrankung zu erhärten oder den weiteren Verlauf vorhersagen zu können. Bei den Projekten im Bereich der Therapie war es das Ziel zu überprüfen, ob die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung für Therapieverfahren genutzt werden können.

2. Projekte zur Vernetzung der Multiple Sklerose-Forschungsarbeiten in Österreich

Genetische Faktoren spielen bei der Auslösung und im Verlauf der Multiplen Sklerose eine wesentliche Rolle. Um aussagekräftig zu sein, müssen Studien dazu aber eine große Anzahl an Patientinnen und Patienten einschließen. Deshalb sind solche Studie an einer Klinik allein nicht durchführbar. Durch die Förderung der Multiple Sklerose Forschungsgesellschaft ist es gelungen, solche Kooperationsprojekte unter Beteiligung von vier großen MS-Zentren (Neurologische Universitätskliniken in Graz, Innsbruck und Wien sowie die Neurologische Abteilung im Donauspital/SMZO in Wien) zu initiieren. Eine dieser vernetzten Studien hat dabei ein Ergebnis mit hoher prognostischer Relevanz geliefert, das auch neue therapeutische Mögllichkeiten eröffnen könnte.Ein Beispiel dafür ist die multizentrische Studie: „Die Bedeutung des Apolipoprotein E-Genotyps für den Verlauf der MS“, Franz Fazekas/Univ.klinik Graz, Thomas Berger/Univ.klinik Innsbruck, Barbara Kornek, Karl Vass, Harald Kollegger (alle Univ.klinik Wien), Wolfgang Kristoferitsch/SMZ-Ost Wien, 1999. Die Ergebnisse sind von hoher prognostischer Relevanz und könnten auch neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen.

3. Forschungsprojekte mit unmittelbarer klinischer Relevanz

Studien, die dieser Kategorie zuzuordnen sind, beschäftigen sich unter anderem mit kognitiven Störungen (Störungen der Gedächtnisleistung) von MS-Patientinnen und Patienten. Die Ergebnisse eines der beiden zu diesem Thema durchgeführten Projekte sind bedeutend für die Entwicklung künftiger neuropsychologischer Übungsprogramme, um der Abnahme der Gedächtnisleistung entgegensteuern zu können. Das zweite Projekt zeigte einmal mehr, wie wichtig eine möglichst frühzeitig beginnende medikamentöse Therapie ist, auch im Hinblick auf Schädigungen des Nervensystems, die kognitive Störungen hervorrufen.